In unserer bäuerlich-bodenständigen Gegend wird Brauchtum noch großgeschrieben und es haben sich noch viele Bräuche erhalten, die liebevoll gepflegt werden. Mit Stolz tragen die Bursch´n und feschen Madl´n die „Kurze" und das „Dirndlgwand". Jung und Alt leben auch heute noch aus Liebe zu ihrer Heimat Tradition und Brauchtum.

Erleben Sie die von rauen Bergwinden und lauem Fön durchlüfteten Köpfe und Hirne, die Wucht und die Feinheiten der Bayerischen Sprache, das Festhalten am Althergebrachten. „Auf bayerische Art" heißt auch manchmal „richtig hinlangen", notfalls eine Prise am Gesetz vorbei.

Kein Anlaß ist zu gering, um ein entsprechendes Fest zu feiern, auf das sich Einheimische und Gäste freuen. Feiern Sie mit uns und lassen Sie sich überraschen.

Maiwoche – Maifeiertag

Der Beginn dieses Monats wurde von altersher mit vielen Formen des Frühlingsbegrüßens ausgestattet. Maibuschen, grüne Zweige oder kleine Birken stecken junge Burschen teilweise noch heute den Mädchen in der Nacht zum ersten Mai an die Tür oder ans Fenster: je grüner, umso größer die Liebe. Eine Blamage bedeutet ein dürrer Zweig, der „Schandmaien".
Nahezu in allen dörflichen Gemeinden wird alle 5 Jahre zum 1. Mai der Maibaum, das ganz besondere Gwachs, das so stolz und schön und bunt nur bei uns gedeiht, aufgerichet. Burschen und Männer des Ortes stellen ihn in geselliger Runde mit zünftiger Blasmusik, Tanz und reichlich Bier auf. Traditionell wird der Maibaum ohne Hilfe von Maschinen aufgestellt. Dazu verwendet man lange Stangen, auch Schwalben genannt. Die eigentliche Attraktion findet indessen vorher statt: Das Maibaumstehlen, bei dem es darum geht, den unter sicheren Vorkehrungen bewachten Baum des Nachbardorfes in der Nacht vor dem Aufstellen zu klauen. Schon früher galt die oft abenteuerliche Aktion als beliebter Brauch, aus dem landauf, landab kuriose Geschichten hervorgegangen sind.
Da der Maibaum-Klau ein nicht strafbarer Diebstahl ist, unterliegt er eigenen Regeln. Dazu gehört, dass die Diebe, werden sie noch innerhalb der Ortsgrenzen erwischt, ihre Beute zurückgeben müssen. Zudem ist Gewalt gegen die Bewacher ein absolutes Tabu.
Auch der Baum darf nicht beschädigt werden und die Verzierungen sind als Diebesgut off limit.
Ist die Diebesaktion geglückt, müssen die Besitzer ihren Baum auslösen. Dabei wechselt das Bier häufig fässerweise den Besitzer und endet als weiterer Anlass zum Feiern üblicherweise in einer fröhlichen Gaudi.

Sonnwendwoche

Wird im süddeutschen Raum auch „Sommerhans´l" genannt. Die sommerlichen Monate sind dürftig an Brauchtumsfesten. Das hat einen natürlichen Grund. In der bäuerlichen Bevölkerung gab es in der Landwirtschaft so viel Arbeit, daß für Fest und Feier kaum Zeit blieb.
Inzwischen gibt es viele ortsgebundene Feste: Dorffest, Bier- u. Weinfest, Volksfest, Waldfest, Seefeste mit Feuerwerk.

Der bekannteste Brauch ist das Johannifeuer, Tag der Sonnwende. Von da an nimmt das Sonnenlicht wieder ab. Sein Ursprung liegt bei den Notfeuern, die zunächst zum Abwenden, später zum Vorbeugen von Viehseuchen angezündet wurde.
Holz wird aufgestapelt, meist auf einer Anhöhe (Bergfeuer) und bei Anbrucht der Dunkelheit abgebrannt.

Sternsingerwoche

Zwischen Silvester und 6. Januar, dem Dreikönigstag, ziehen junge Buben und Mädchen in prächtigen Gewändern von Haus zu Haus um milde Gaben zu erbitten, die bestimmten Projekten in der Dritten Welt zugedacht sind.
Sie beschriften die Hauseingänge mit den Buchstaben C + M + B, eingerahmt von der Jahreszahl, was oft als die Initialen der drei Weisen aus dem Morgenland (Caspar, Melchior, Balthasar) gedeutet wird.
Vermutlich ist aber ein Segensspruch damit gemeint: Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus).

Maria Lichtmess

Das Fest gehört inhaltlich noch zu Weihnachten. In früherer Zeit, als die Menschen noch kein künstliches Licht hatten, hatte Kerzenlicht besondere Bedeutung. Kerzen begleiten uns von der Geburt bis zum Tod als Tauf-, Kommunion-, Braut- und Sterbekerzen.
Aber auch in Gefahr wurden Kerzen angezündet, z.B. bei Gewitter oder Krankheit.
Alle diese Kerzen werden am 2. Februar geweiht. Eine Reihe von alten Bräuchen knüft an dieses Fest an. Dienstboten erhielten Ihren Lohn ausgezahlt und einige Tage frei. daher die Bezeichnung „Schlenkltage". Die Knechte und Mägde bekamen vom Bauern zu dem Jahreslohn ihr Dienstbüchlein ausgehändigt, ein sehr wichtiges Dokument für den Besitzer. Darin waren vom Bauern das Verhalten und die Leistungen niedergeschrieben.

Das „Heilige Grab" von Fischbachau

Ein heute recht selten gewordenes Zeugnis der Volksfrömmigkeit ist das sogenannte „Heilige Grab", das alljährlich am Karfreitag und Karsamstag den Altarraum der alten Kirche Mariä Schutz in Fischbachau ziert. Diese Kostbarkeit aus dem Jahre 1786 wird traditionsgemäß von freiwilligen Helfern aus der Gemeinde aufgestellt.

Trachtenjahrtag

Zu den Besonderheiten, die sich in unseren Gemeinden erhalten haben, gehört die Tracht: sie wird bei uns tatsächlich noch getragen, bei speziellen Festlichkeiten, teilweise sogar noch im Alltag.
Der Landkreis Miesbach war die Wiege der Trachten- und Brauchtumsbewegung. Bereits 1858 tanzte ein Zusammenschluß junger Leute dem bayerischen König Max II. einen Schuhplattler vor. Heute sind in den 17 Gemeinden des Landkreises 33 Trachtenvereine aktiv.
Wer die Frauen in ihrem festlich scharzen Schalk und die Männer in ihren grauen Joppen bewundern möchte, hat am Ostermontag die beste Gelegenheit, wenn der alljährliche Trachtenjahrtag in Fischbachau begangen wird.

Leonhardi

Die Leonhardifahrt ist eine Prozession zu Pferde, die zu Ehren des heiligen Leonhard stattfindet. Auf den festlich geschmückten Wagen beten die Menschen „heiliger Leonhard, bitt für uns".
Der heilige Leonhard ist der Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, heute vor allem der Pferde. Kaum ein Heiliger wird im Alpenraum mehr verehrt als St. Leonhard, den man früher auch den „Bauernherrgott" nannte. Er soll Vieh und Pferde vor Krankheiten bewahren, die Ställe behüten und die Bauern vor wirtschaftlicher Not beschützen.
Als Rahmenprogramm findet meist das Leonhardifest statt.

Weitere Veranstaltungen, die es rund ums Jahr zu feiern gibt:

Pferdeschlittenrenne, Firstalmfasching, Josephifest, Starkbierfest, Gaufest, Kirta, Almabtrieb, Kathreintanz, ...